Mittwoch, 25. März 2009

Leider...

ich denke, mit dem Blog hier klappt nicht so gut. Erstens, einfach keine Zeit. Zweitens, gibt es hier sowieso nur wenig Meinungsaustausch. Drittens, ich habe andere Projekten gefunden, die attraktiver für mich sind, und alles kann man sowieso nicht schaffen.
Ich lese hier die andere Blogs ab un zu weiter und werde auch diesen nicht löschen. Vielleicht komme ich doch mal wieder, um was hier zu schreiben. Und Jeanette, wir sehen uns noch bei Youtube! :)

Dienstag, 17. März 2009

Vor 18 Jahren

Am 17 März 1991 wurde Referendum durchgeführt mit der Frage:

"Halten Sie für nötig die Union der Sozialistischen Sovjetrepubliken als die erneuerte Föderation von gleichberechtigten souveränen Republiken, wo die Rechte und Freiheiten Menschen aller Nationen garantiert werden, zu erhalten?"

Es war die umfassende Volksbefragung. Von 185,6 Millionen SU-Bürger mit Stimmrecht nahmen an Referendum 148,5 Millionen (79,5%) teil.
113,5 Millionen (76,43% aller befragten) stimmten für JA, also für Erhaltung von Sovjet Union.

Die Ergebnisse von einzelnen Republiken:

Land/ in Referendum teilgenommen (%)/ Antwort JA (%)

Russland/ 75,4/ 71,3
Ukraine/ 83,5 / 70,2
Weißrussland/ 83,3 / 82,7
Usbekistan/ 95,4 / 93,7
Kasachstan/ 88,2/ 94,1
Azerbaidzhan / 75,1/ 93,3
Kirgistan / 92,9 / 96,4
Tadzhikistan/ 94,4 / 96,2
Turkmenistan / 97,7 / 97,9

Einige Republiken haben gehindert, diese Referendum an ihren Territorien durchzuführen, für sie gibt es nur die Ergebnisse für einzelne Gebiete, wo die Leute befragt wurden, die Zahlen sind ungefähr so wie auch in anderen Fälle (also absolute Mehrheit für JA).

Wir sehen, das die Auflösung von SU, die im December 1991 durchgeführt wurde, hat überhaupt nichts mit Demokratie zu tun.
Das Volk hat ganz eindeutig ausgedrückt: wir wollen Sovjet Union erhalten.

Samstag, 7. März 2009

Internationaler Frauentag


Ist in Russland immer noch ein Fest und die Leute haben es sogar frei, wenn es nicht, wie diesmal auf Sonntag fällt.

(Aufschrift: Ruhm der sovjetischen Frau!)


Ich gratuliere alle Frauen zu unserem Tag!
Wir sollen einmal wirklich frei werden.

Freitag, 6. März 2009

Druzhba-Freundschaft :))

Das ist erstaunlich: in russischem Livejournal existiert jetzt auch ein Community "DDR"!
Für Freunde (meistens von ehemaligen UdSSR) von diesem Land.

Da gibt es nur wenige Beiträge auf Russisch, größte Teil besteht aus wunderschöne DDR-Photos und Videos.

Also wirklich sehenswert!

http://community.livejournal.com/gdr_ddr/

Montag, 23. Februar 2009

Rote TV. Site-Eröffnung

Unser großes Projekt "Krasnoe TV" funktioniert jetzt als Site mit direkter TV-Translation:

http://krasnoetv.ru/

Es ist auf Russisch natürlich, aber gibt es auch die Videos in verschiedenen Sprachen.

Das ist unabhängiges eigenes Media-Projekt für die Konsolidation aller Linke in Russland.
Es gibt Musik, Zeichentrickfilme aus UdSSR, und politische Sendungen, auch selbstgemachte, von verschiedenen Ereignissen.

Eigentlich funktioniert unser Projekt schon lange und ist sehr bekannt in Rutube, 5-10 Platz.
Unsere Videos (und jetzt auch ein Paar von Jeanette dabei!) kann man hier ansehen:

http://krasnoetv.rutube.ru/

Sonntag, 22. Februar 2009

Heute ist 23 Februar


Fest der Sowjetischen Roten Armee.








Plakat von Kriegszeiten. Aufschrift: "Krieger der Roten Armee, rette uns!"

Freitag, 13. Februar 2009

Ich mache weiter. Die Leute.

Ich erzähle einfach ein paar Lebensgeschichten. Sie sind real, nur die Namen verändert.

1. Brigitte, 50 Jahre alt. War Photofachverkäuferin. Hat 3 Kinder geboren, ihr Mann war Fernfahrer. Das 2.Kind hat ADHS, also brauchte immer viel Zeit. Brigitte hat ganze Zeit, wie sehr viele verheiratete Frauen, an 400-Euro Job gearbeitet. An einer Fabrik, später als Markt-Verkäuferin. Vor einem Jahr bekam ihr Mann Arbeitsunfall, seitdem ist er nicht mehr fähig als Fahrer zu arbeiten. Er machte einen Computerkurs von AA, den Arbeitsplatz für ihn ist natürlich praktisch unmöglich zu finden. Jetzt lebt die Familie von Hartz-4. Brigitte als Verkäuferin verdient dazu noch 100 Euro (Rest wird von Hartz-4 abgezogen). Was Brigitte am meisten beunruhigt, ist ihr Mann: er ist depressiv, er weiß nicht, wie er weiter leben kann. Er hat keine Hoffnung mehr. Die ganze Familie leidet darunter.

2. Julia, 40 Jahre alt. Die Italienerin in Deutschland geboren. Sie ist geschieden und hat 2 Kinder. Tochter ist 13, Sohn ist 22 und geistig behindert, er war auch Krebspatient, und die Mutter hat ihn 19 Jahre gepflegt. Jetzt wohnt der Sohn in Pflegeheim, arbeitet in Behindertenwerkstatt. Die Mutter mit Tochter lebt von Hartz-4, sie sucht schon lange Arbeit, findet aber nichts. Hat schon ein paar mal 1-Euro-Job gemacht, man war mit ihr zufrieden, es ging aber weiter nichts.

3. Marie, 35 Jahre alt. Hauptschule, danach hat sie als Kinderpflegerin gelernt. Keine Arbeit gefunden, kam zu Altenpflege. Sie wurde als Altenpflegehelferin aufgenommen und arbeitete viele Jahre. Auf einmal aber wurde ihr Vertrag nicht mehr verlängert, seitdem kann sie keine Arbeit mehr finden. Wieso geht sie nicht weiter lernen? Man braucht Realschulabschluß, und Marie hatte immer schon gewaltige Probleme mit Mathe. Das ist auch wahr: nach Hauptschule können die Leute oft überhaupt nichts mehr, sie sind einfach unfähig noch etwas zu lernen, und das liegt nicht in ihrer "angeborenen" Fähigkeiten, das liegt in Lernqualität in Hauptschule.

4. Ute, 40 Jahre. Mit 18 machte sie Schwesterhelferin-Kurs, danach aber sofort geheiratet und Kinder bekommen. Sie hat 4 Kinder. Der Mann hat die Familie vor einigen Jahren verlassen. Ute hat zuerst ein Job in kirchlicher Organisation gefunden, das war schön: Haushaltshilfe, Alten- und Kinderbetreuung. Sie war zufrieden, und es hat gut geklappt. Plötzlich hat die Organisation alle Angestellte gekündigt, und statt dessen die Arbeitslose mit 1-Euro-Job angestellt! Das war natürlich viel günstiger. Seitdem lebt Ute mit jüngsten Kindern von Hartz-4 und sucht die Arbeit. Ihr Hobby ist - lesen und Kindergeschichten schreiben, gar nicht schlechte Geschichten übrigens.

Na ja, und was ich noch sagen soll: so was war unmöglich bei Sozialismus. Denn wirklich jeder hatte die Arbeit. Die Mütter konnten auch lernen, Vollzeit arbeiten. Natürlich, die persönliche Umstände wie krankes Kind (wie im Fall 2.) oder viele Kinder (Fall 4) konnten das Leben auch erschweren. Aber der Mensch hatte immer die Möglichkeit danach einfaches Job wie Putzfrau, Verkäuferin, Pflegehelferin finden - es gab ganze Menge Jobs. Man hatte die Hoffnung.
Und es gab keine "Hauptschulen", den Schulabschluß war gleich für alle, und alle hatten danach die Möglichkeit irgendwelchen Beruf zu lernen.