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Sonntag, 11. April 2010

Tag der Weltraumfahrt


Heute ist unser Fest.
12 April 1961 ist Juri Gagarin als erster Mensch in Weltraum geflogen, und so wurde die neue Ära in menschlicher Geschichte eröffnet.

Dienstag, 2. März 2010

Ein paar Gedanken zu Thema Sport

Russland ist traurig: so schlimm wie in diese Olympiade war für uns noch nie. 11 Platz allgemein; nur 3 "Gold", in Vergleich zu frühere Zeiten ist das eine Katastrophe.
Wenn wir nur Winterspiele nehmen, war das so:
1992 2 Platz, 23 Medaillen, 9 Gold
1996 1 Platz, 23 Medaillen, 11 Gold
1998 3 Platz, 18-9
2002 5 Platz, 13-5
2006 4 Platz 22-8
2010 11 Platz 15-3

UdSSR hat ständig 1-3 Platz erhalten. Unsere Eishockey-Mannschaft und Eiskunstläufer sind schon seit ungefähr 50 Jahren ständig die Gewinner. Und jetzt ist die Ende von dieser Tradition, wahrscheinlich, endgültige Ende.

Alle sind einig: diese Niederlage ist keinesfalls zufällig, weiter wird nicht besser, und die Ursache ist ganz klar. Komischerweise solidarisieren sich Kommunisten, Liberale, Patrioten, Nationalisten, Rote, Weiße und Orange, denn das ist einfach die Wahrheit die sich nicht verleugnen lässt:
Die Erbe von UdSSR ist schon fast verbraucht. Wir haben nichts mehr (Publizist K.Krylov - normalerweise antikommunistisch).
Das passiert in allen Lebensgebieten: alles in Russland geht zugrunde. Werke, Waffen, Schulsystem, Hochschule, Medizin... Jeder Fachmann kann eigene Geschichte von heutigem Zerfall erzählen, auch wenn er selbst UdSSR hasst.
Nur in Sport ist das besonders überschaubar. Das sieht einfach jeder: Zahl von Medaillen, Platz, konkrete Ergebnisse.
Einziges Gebiet, wo Russland besser als UdSSR ist: Gewinnung von Öl.

Olympische Spiele kann nur das Land gewinnen, wo auch die Massen, besonders Kinder, breite Möglichkeiten haben, Sport zu treiben.
Garry Kasparov, Weltmeister in Schach, heute liberale Opposition:
"Warum hatte UdSSR viele Schachweltmeister, und USA hatten nur einen Fischer? Weil wir konnten aus 3-4 Millionen Spieler auswählen, und USA nur aus 50 Tausende, buchstäblich nur New-York und Chikago".

Was mich betrifft, war ich total unsportlich als Kind: ständig krank, mit bronchiale Asthma, nicht besonders geschickt in Bewegungen. Dennoch mit 12 Jahren habe ich auch angefangen, Sport zu treiben, und das klingt jetzt in kapitalistischem Land fast unglaublich. Denn:

- Wir hatten nicht 1, sondern 4 Trainingseinheiten in der Woche. Dazu noch oft am Sonntag Ausflug zu verschiedene Landschaften, was bei diesem Sportart nötig ist.
- Sportart heißt Orientierungslauf. Kompaß, Sportkarten und im Winter eigene Ski mit Zubehör - das alles hat jeder von uns kostenlos bekommen.
- Jedes Jahr fuhren wir zu Sportlager. Im Winter 2 Wochen (Winterferien), im Sommer 4 Wochen in "normalem" Pionierlager (also normale bequeme Häuser) und noch 2 Wochen Zeltlager im Wald.

Und DAS ALLES - Trainer, Zubehör, Unterricht, Ausflüge, Lager - war für unsere Eltern VÖLLIG kostenlos!!!
Selbst den Weg ins Lager sollten sie nicht bezahlen. Nicht die Verpflegung (sehr gute übrigens), nicht die Gebühren oder noch so etwas. Na ja, für meine Freundin, die wirklich Erfolg hatte, haben ihre Eltern die bessere Sportski selbst bezahlt. Aber das war ihr Wunsch, war auch nicht unbedingt nötig.
Diese Erinnerungen aus Sportlager, mit Freunde, mit viel Sport, Wald, See, Freizeit, Ausflüge, Spiele, Lieder mit Gitarre - das sind die beste Erinnerungen meines Lebens.

Noch einmal: ich hatte keine Perspektive, ich war unsportliches, krankes Kind, ich habe nie einen Sieg oder Titel erreicht, und es war auch klar, dass ich das nicht schaffe. Und dennoch haben meine Eltern das alles für mich völlig kostenlos bekommen.
Natürlich tat das meiner Gesundheit sehr gut. Ich habe gelernt, 10- und 15 km lang zu laufen, meine ständige Erkältungen hatte ich nicht mehr, meine Asthma wurde viel leichter. Ich wurde, und bleibe auch jetzt ein gesunder Mensch, der auch weiß, was Selbstüberwindung und Wille heißt.
Und das war keinesfalls einzigartige Geschichte: viele haben ähnliches erlebt.
Es wundert mich nicht, das dieses Land auch gute Erfolge in Olympischen Spielen erzielt hat.

Es tut mir nur sehr leid um meine eigene Kinder: sie haben diese Möglichkeiten nicht mehr, obwohl wir eigentlich nicht in heutiger Russland, sondern in reicher Deutschland gelandet sind. Und es tut mir auch leid um meine Heimat. Nicht weil ich mich für Sport interessiere - das überhaupt nicht. Sondern nur weil das noch ein Zeichen von Zerfall ist, Zeichen von Ende.

Samstag, 24. Januar 2009

UdSSR und Kinder

Gewiss, gab es in UdSSR die schlechte Seiten, die deutlich schlechter waren, als in hochentwickelten kapitalistischen Länder. Die Ursachen zu verstehen ist schon etwas komplizierter, für Fortgeschrittene, die Leute sehen nur die Unterschied: es gibt Bananen im Handel - und es gab keine Bananen früher. Das ist die Tatsache, ja.
Es gibt aber auch anderen Tatsachen.
Also wenn wir einfach vergleichen, dann vergleichen wir alles, nicht nur Wurst und Bananen.

Nehmen wir, z.B., Möglichkeiten, die Kinder in UdSSR hatten.
Ich werde lieber nicht über das heutige Schulsystem reden - nicht in Deutschland mit 3-Stufen-System und nicht in Russland, wo jetzt Chaos herrscht, und Millionen Kinder gehen gar nicht zur Schule. Das ist mir zu schlimm. Weil meine Kinder ja auch in dieses System gehören. Die gehen beide zu Gym, aber... ja, wir haben schon was erlebt. Und außerdem, es geht nicht nur um meine Kinder, es geht um alle... und das ist schlimm. In SU hatten wir 10-jährige gleiche Schulbildung für alle. Die, die nach 8.Klasse Berufsschule nahmen, bekamen dort auch die gleiche Zeugnisse, wie die normale Schüler, und alle dürften dann studieren - wenn sie Lust haben und sich zu Prüfungen vorbereiten.
Also ganz anderes System. Aber nehmen wir lieber nicht die Schule, sondern Freizeit von Kinder.
Meine Tochter besucht die Musikschule. Sie lernt Accordeon. Unterricht 1-Mal pro Woche zusammen mit anderem Schüler. Sie spielen nur Lieder und leichte Melodien. Das kostet uns 50 Euro pro Monat (könnte ich nie im Leben bezahlen, aber ihr Vater, mein Ex, ist großzügig).
Ich habe als Kind auch Klavier gelernt in einer Musikschule in meiner Heimatstadt auf Ural.
Die Programm von Musikschulen in ganzer SU war gleich.
Unsere Musikschule war auch nicht kostenfrei, die Betrag war unterschiedlich, kommt drauf an, wie groß ist Lohn von Eltern. Für solche Alleinerziehende wie ich jetzt, wäre das damals kostenlos.
Und wie haben wir gelernt? 2-Mal pro Woche Klavierunterricht mit Lehrer. 1 Mal Theorie von Musik. 1 Mal Chor (für alle). 1 Mal "Musik-Literatur", also Komponisten und Werke kennenlernen. Kinder, die andere Instrumenten lernten, hatten noch 1 Stunde "Allgemeine Klavier". Also insgesamt 5-6 Stunden nur in der Musikschule. Außerdem wurde von uns verlangt, dass wir jeden Tag zu Hause üben, 1-2 Stunden (ich, ehrlich gesagt, war ziemlich faul :)
2 Mal pro Jahr gaben wir Konzerte, und dort dürfte kein Fehler vorkommen. 4-5 Klassische Werke solltest du vorspielen, auswendig und fehlerfrei (Fehler waren wirklich selten).
Und die Klavierstunde selbst war viel komplizierter. Wir sollten die Tonleiter mit 2 Hände in jeder Tonart spielen. Übungen für Technik. Es ging nicht darum "einfach irgendwie spielen", sondern um Qualität, Technik und Gefühl.
Solche Schulen waren in jeder Stadt, kleine oder große, in jeder großen Dorf. Ich kenne manche Dorfmädchen, die auch solche Musikschule absolviert haben.
Und das war nach der übliche Schule, eine Nachmittagsbeschäftigung.
Allerdings durften nicht alle Kinder in diese Musikschule, es wurde zuerst geprüft, ob es überhaupt musikalische Veranlagung gibt. Wenn nicht, es ist auch nicht schlimm! Es gibt doch noch viele andere Möglichkeiten in Sport, Tanz, Kunst, alles mögliche. Und es gab überall auch noch "Musikkreise" in Pionierhäuser, dort wurde so gelernt, wie hier in "Musikschulen": 1-Mal pro Woche, nur Instrument, nur zum Spaß - allerdings ganz kostenlos.

Unsere Musikschulen waren nicht für zukünftige Profis gedacht. Sehr viele Kinder lernten dort, und nur wenige nahmen dann Musik als Beruf. Dieses anstrengende Lernen hat uns einfach zu Musikliebhaber erzogen. Und die Kinder lernen dabei, an sich selbst zu arbeiten.
Und es ist sehr, sehr schade, das meine Kinder diese Möglichkeiten nicht mehr haben.
Ich denke, dass liegt auch tief in Gesellschaft. Denn die deutsche Musikschule muss ihr Geld verdienen, sie kann sich nicht leisten, für jedes Kind 5-6 Stunden pro Woche geben, und nur wenige von Eltern könnten so was selbst bezahlen.
Und diese Haken gibt es überall, wo es um Kindererziehung geht.